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Nachdem die ersten afrikanischen Eindrücke verarbeitet sind (totales Bürokratie-Chaos im Hafen, vor Begeisterung hinter uns herrufende und -pfeifende Einheimische, arabisch beschriftete Zapfsäulen...), machen wir uns auf, einen Bekannten und Kunden im nahegelegenen Nabeul zu besuchen. Auch er besitzt zwei Kübelwagen. In den nächsten Tagen erforschen wir zunächst die Cap Bon-Halbinsel. Diverse Spuren punischer und römischer Vergangenheit sind hier zu sehen. Und es bieten sich zahlreiche Möglichkeiten, die Geländetauglichkeit unseres Reisemobils zu testen. Verbotsschilder gibt es nirgends, zahlreiche Schotterwege locken.
In Gafsa entdecken wir ein Internet-Cafe! Leider ist es aufgrund technischer Schwierigkeiten gerade nicht möglich, eine E-Mail in die Heimat abzusetzen.
Um die anstehenden Geländestrecken besser bewältigen zu können, beschließen wir, das Auto an der Hinterachse etwas höherzulegen. Die schwere Beladung läßt es ganz schön "durchhängen". Dazu müssen die Federschwerter und -stäbe ausgebaut und gegeneinander verdreht werden. Eine Aktion von etwa zwei Stunden Dauer. Dann geht's auf Piste!
In Ben Guerdane, wenige Kilometer von Libyen entfernt, bleiben wir zwei Tage bei einer einheimischen Familie. Das Oberhaupt spricht radebrechend deutsch, wir radebrechend arabisch, was zu einem ungewollt humoristischen Sprachen-Mischmasch führt. Das Lieblingswort unseres Gastgebers ist "normalerweis", das er nach Kräften, aber meistens völlig unpassend anwendet. Wir lernen unter anderem das Wort "kifkif", das soviel wie "gleich" oder "egal" bedeutet, und das wir bewußt ebenso häufig und unpassend benutzen. Die Unordnung und die miserable Arbeitsmoral in dieser Familie gehen uns schließlich so auf die Nerven, daß wir weiterreisen. Tja, deutsche und tunesische Lebensart normalerweis nix kifkif! Zuvor jedoch nutzen wir die Gelegenheit, um über diese Leute zu günstigem Kurs libysche Dinar zu erwerben, ohne übers Ohr gehauen zu werden. |